Für den Winter: Taschenwärmer

Wohl die meisten, die im Winter mit ihrer Kamera draussen unterwegs sind, bekommen früher oder später kalte Hände, zumal die Bedienung der Kamera mit dicken, warmen Handschuhen meist nicht möglich ist. Als Alternative bleiben dünne Handschuhe oder Handschuhe ohne Fingerspitzen, und dazu Taschenwärmer für die Jackentaschen, um die Eisfinger von Zeit zu Zeit wieder aufzutauen.

Ich habe in den letzten Jahren mehrere Varianten ausprobiert und möchte hier kurz die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle vorstelllen.

Gelkissen
Die Gelkissen sind am weitesten verbreitet.  Zu haben im Supermarkt, in Apotheken, als Werbegeschenke und natürlich auch im Fachhandel. In einem Kissen aus Kunststoff-Folie befindet sich ein flüssiges Gel und ein Metallplättchen. Drückt man das Metallplättchen, kristallisiert das Gel, wird fest, und gibt dabei für ca. eine halbe Stunde angenehme Wärme ab. Danach muss man es in kochendem Wasser reaktivieren.
Vorteile: sauber, geruchlos, wärmt sofort, einfach anzuwenden, wiederverwendbar, preiswert
Nachteile: nur kurze Wärmeabgabe, aufwändiges reaktivieren, relativ schwer, können sich schon mal selbst aktivieren
Fazit: für den Sonntagsspaziergang prima geeignet, aber für längere Unternehmungen aufgrund der kurzen Heizdauer eher nicht geeignet.

Einmal-Wärmepacks auf Pulver-Basis
Diese Wärmepacks habe ich bisher nur im Outodoor-Fachhandel entdeckt. Es handelt sich um kleine, handliche Beutel, die sich durch Sauerstoff-Zufuhr (also wenn man die Packung aufmacht) langsam erwärmen. Die Wärme hält dann aber 7 bis 10 Stunden. Anschliessend sind sie verbraucht und werden über den normalen Hausmüll entsorgt. Die Beutel bleiben flexibel und können so auch in die Handschuhe (oder bei kalten Füssen in die Socken) gesteckt werden, ohne zu stören. Es werden auch Pulswärmer angeboten, in die man die Wärmepacks steckt und die dann sehr effektiv die Wärme am Handgelenk abgeben.
Vorteile: klein, flexibel und leicht, lange Wärmeabgabe, geruchlos, zuverlässig
Nachteile: Wegwerf-Produkt und somit auf Dauer teuer (Doppelpack kostet ca. 2 EUR), manchmal geben die Wärmepacks einen feinen Staub ab
Fazit: klein und leicht sind sie eigentlich die idealen Begleiter für einen kalten Tag draussen. Nur auf Dauer werden sie schnell teuer. Wer nur gelegentlich zusätzliche Wärme braucht, ist hiermit gut bedient. Für "Notfälle" findet sich in der Fototasche sicherlich ein Platz für eine Packung.

Benzin-Taschenofen
Benzin-Taschenöfen sind flache Metallöfen und werden mit Feuerzeug-Benzin betrieben. Die Heizdauer kann über die Füllmenge zumindest grob gesteuert werden (mein Peacock-Taschenofen lässt sich z.B. für 6, 12, 18 oder 24 Stunden Wärmeabgabe befüllen). Geben relativ viel Wärme ab und sollten im mitgelieferten Stoffbeutel verwendet werden.
Vorteile: stabil, langliebig, zuverlässig, Wärmeabgabe zumindest teilweise steuerbar, lange Wärmeabgabe, geringe Folgekosten (125 ml Feuerzeug-Benzin sollten für 6 mal 12 Stunden Wärme reichen)
Nachteile: Anschaffung am teuersten (ca. 10-20 EUR, je nach Modell), kann nicht "auf Vorrat" befüllt werden, sondern muss direkt nach dem Befüllen gezündet werden, je nach Feuerzeug-Benzin kann es ein wenig riechen, die Sicherheitshinweise sollten beachtet werden, um Unfälle zu vermeiden
Fazit: ideal, wenn man im Winter viel Wärme braucht und sich nicht scheut, mit Feuerzeugbenzin zu hantieren (was aber nicht schwer und mit ein bisschen gesundem Menschenverstand auch nicht gefährlich ist). Ob der manchmal austretende Benzingeruch bei der Ansitzfotografie von Nachteil ist, kann ich nicht beurteilen.

Kohle-Taschenofen
Einen Kohle-Taschenofen habe ich bisher nicht ausprobiert, da ich fast nur negatives darüber gelesen und gehört habe. Er soll stinken, unzuverlässig sein, kompliziert in der Handhabung, und in einigen Fällen sogar zu Bränden geführt haben. Was tatsächlich an diesen Geschichten dran ist, kann ich nicht beurteilen, aber da ich mit meinem Benzin-Ofen sehr zufrieden bin, werde ich auf einen Selbst-Versuch mit Kohle-Taschenöfen verzichten.

Bezugsquelle: alle hier genannten Taschenwärmer sind im Outdoor-Fachhandel oder im Internet z.B. bei Globetrotter-Ausrüstung zu bekommen.


Übersicht Tipps

 
Stand: 05/2007