Canon EOS 20D vs EOS 350D

Da es leider Probleme und endlose Verzögerungen bei der Reparatur meiner EOS20D gab, bekam ich nach 6 Wochen ohne Kamera von meinem Händler eine EOS350D zur Verfügung gestellt. Die Gelegenheit, beide Kameras einmal zu vergleichen. Hier möchte ich auf ein paar Eigenheiten der Kameras eingehen und so vielleicht dem einen oder anderen Interessenten die Entscheidung für eine der beiden Kameras erleichtern.

Da ich nur die EOS 20D besitze, diese mir also gut bekannt ist, gehe ich in diesem Vergleich von der 20D aus und beschreibe die Unterschiede zur EOS 350D. Ich werde versuchen, die Unterschiede so objektiv wie möglich zu beschreiben, aber dies wird trotzdem ein eher subjektiver Vergleich. Jeder Fotograf hat andere Vorlieben, und so wird die eine Eigenschaft den einen begeistern, während der andere nichts damit anzufangen weiss...

  • Größe: die 350D ist recht klein, liegt aber noch gut in meiner kleinen Hand. Da ich an der 20D einen Batteriegriff verwende, vermisse ich etwas die Größe (allerdings kann man die 350D ebenfalls mit einem Batteriegriff ausstatten) Der Griff ist im Gegensatz zur 20D nicht gummiert, was ich nicht als Nachteil empfunden habe. Die 20D wirkt dadurch jedoch griffiger.
  • das Material des Gehäuses ist recht rauh, wodurch die Kamera griffig wirkt
  • ein grosser, griffiger Ein-Aus-Schalter oben auf der 350D lässt sich schnell und einfach bedienen. Gefällt mir besser als die Lösung an der 20D.
  • das LCD-Display, auf dem Verschlusszeit, Blende usw. angezeigt werden, ist bei der 350D nicht mehr oben auf der Kamera, sondern direkt über dem Display. Gefällt mir besser als an der 20D, besonders wenn man vom Stativ aus arbeitet. Dieses Display hat bei beiden Kameras eine Beleuchtung, die bei Nachtaufnahmen sehr hilfreich ist.
  • die 350D hat kein Daumenrad (wie alle Canon-Kameras in diesem Preissegment) Das erschwert die Einstellung von Belichtungskorrekturen, und die Navigation in den Menüs ist auch ein wenig komplizierter, da man zwei Tasten für "Hoch/Runter" benutzen muss
  • die 350D hat keinen Joystick. Will man sich ein Bild auf dem Display genauer ansehen und hat bereits in das Bild hineingezoomt, erfolgt die Navigation im Bild mit den Pfeiltasten (bei der 20D mit dem Joystick). Bei der 20D kann man mit dem Daumenrad zwischen den Bildern wechseln, wobei der eingestellte Zoomfaktor erhalten bleibt, während man bei der 350D dafür das Haupt-Wahlrad über dem Auslöser verwendet (Dank an Kilian Helfmeier für diesen Hinweis!).
  • Die Einschaltzeit der 350D ist wie bei der 20D extrem kurz, die Kamera ist in der Praxis sofort nach dem Einschalten schussbereit. Befindet man sich im Menü oder in der Bildansicht oder ist die Kamera automatisch in den Ruhezustand übergegangen, lässt sich die Kamera ebenfalls wie die 20D praktisch sofort durch Antippen des Auslösers schussbereit machen
  • Das Menü der 350D ist auf mehrere Seiten aufgeteilt, durch die mit den Pfeiltasten geblättert werden muss. Zwischen den Seiten kann auch mit der "Jump"-Taste gewechselt werden. Bei der 20D ist das Menü eine lange Liste, durch die mit dem Daumenrad geblättert wird. Auch hier können die einzelnen Bereiche per "Jump"-Taste erreicht werden. Das Menü der 350D ist beim Aufrufen einer Seite recht dunkel, die einzelnen Menüpunkte lassen sich besonders im Freien bei viel Umgebungslicht kaum lesen. Erst wenn man per Pfeiltaste einen Menüeintrag auswählt, wird die Anzeige hell und gut lesbar.
  • Abblendtaste ist bei beiden Kameras an gleicher Stelle vorhanden
  • Der Sucher der 350D ist kleiner und nicht so hell wie der Sucher der 20D. Für mich als Brillenträger geht es zwar noch, aber der grössere Sucher ist angenehmer und leichter zu überblicken. Beide Kameras haben eine eingebaute Dioptrienkorrektur.
  • Die 350D hat 7 Fokussierpunkte, die in einem Kreuz angeordnet sind, die 20D hat 9 Fokussierpunkte, die rautenförmig angeordnet sind. Im Sucher werden bei beiden Kameras an den entsprechenden Stellen Rechtecke angezeigt. Bei der 350D leuchtet in diesem Rechteck ein Punkt auf, wenn das AF-Messfeld aktiv ist, bei der 20D leuchtet der Rahmen des Rechtecks auf.
  • Das Auslösegeräusch ider 350D ist deutlich leiser, macht aber anstelle eines typischen "klack" ein eher quietschendes Geräusch.
  • Die wichtigsten Individualfunktionen der 20D sind auch bei der 350D vorhanden: Spiegelvorauslösung, Blitzsynchronisation auf den 2. Verschlussvorhang, C.Fn4 (legt den AF auf die Belichtungsspeicherungs-Taste), Abschaltung der Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtungen. Die 350D hat insgesamt 9 Individualfunktionen, die 20D insgesamt 18.
  • Bei beiden Kameras lassen sich AF-Modus, Belichtungsmessung und Serienbild-Aufnahmen individuell einstellen.
  • Blitzsynchronisationszeit: 1/200 Sek bei der 350D, 1/250 Sek bei der 20D
  • Max. Verschlusszeit: 1/4000 Sek bei der 350D, 1/8000 Sek bei der 20D
  • ISO-Bereich: ISO 100 - 1600 bei 350D, ISO 100 - 3200 (Einstellung "H") bei 20D
  • manueller Weissabgleich ist bei beiden Kameras vorhanden
  • Dateiformate: Bei der 350D lassen sich RAW-Dateien in Kombination mit JPG-Dateien aufnehmen, allerdings nur mit JPG-Dateien maximaler Grösse und bester Qualität. Bei der 20D lassen sich RAW-Dateien mit allen JPG-Größen und Qualitäten kombinieren.
  • Schwarzweiss: beide Kameras verfügen über einen Schwarz-Weiss-Modus, in dem man die klassischen Filter (Rot, Gelb, Grün, Orange) simulieren kann und dem Bild schon in der Kamera eine Tönung (Sepia, Blau, Violett, Grün) verpassen kann.  Effekte, die man meiner Meinung nach per Bildbearbeitungssoftware besser lösen kann.
  • Selbstauslöser: Vorlaufzeit 10 Sekunden, bei eingeschalteter Spiegelvorauslösung 2 Sekunden (beide Kameramodelle)
  • Geschwindigkeit: in kurzen Serien ist die 20D mit 5 Bildern/Sekunde schneller als die 350D mit 3 Bildern/Sekunde. In langen Serien hat die 350D die Nase vorne, da sie die Daten schneller aus dem internen Puffer auf die Speicherkarte schreibt. Den kompletten Vergleich gibt es hier.



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Stand: 05/2007